Porträt einer Nachbarschaft.
Inspiriert zu diesem aktuell wachsendem Projekt wurde Bogi Bell mit ihrem durch Umzug in einen sozialen Brennpunkt Kölns. Raus aus der Wendehammer-Reihenhaus-Siedlung, rein in die Multi-Kulti-Siedlung. Die Vielfältigkeit der Lebensarten, die nicht nur in den eigenen vier Wänden umgesetzt werden sind das Hauptmotiv. Nicht nur Menschen, sondern auch ihre Spuren und sich selbst zeigt sie in quadratischen Formaten.
Bilder die nicht innerhalb einer Serie oder eines Projektes entstanden und als Solitärarbeiten gedacht sind
Ein puristisches Selbstporträt und viele Tage an denen mich etwas berührt, die mich nicht loslassen, die mich begeistern, an denen ich wütend bin oder glücklich, an denen ich mich vergnügt oder betrübt fühle.
Ich nutze viele Arten zu Illustration: malen, zeichnen, kleben, schneiden, reißen, etc. Meine Art der Gestaltung ist abhängig von meiner Emotion des Tages und soll unregelmäßig, spontan und impulsiv geschehen.
Bilder, die zu Projekten von <a href="http://menschenfotografie.net"> menschenfotografie.net</a> gehören.
<b>Agatha - a personal leg</b> ist eine sehr persönliche Auseinandersetzung von Bogi Bell mit ihrem mehr als halbjährigen Aufenthalt Im St. Agatha Krankenhaus Köln. In zweifacher Hinsicht spielt die Fotografie für sie eine erhebliche Rolle bei der Verarbeitung dieses Erlebnisses. Im Krankenbett nutze sie ihr iPhone, um ihre alltäglichen Rituale, ihr persönliches Umfeld tagebuchartig festzuhalten und somit ihrer besonderen Situation zwischen Angst und Hoffnung Ausdruck zu verleihen. In einer zweiten Phase der Aufarbeitung dieses Bildmaterials ist ihr die tiefere Bedeutung dieser Fotografien jenseits einer reinen Dokumentation bewusst geworden. Sie geben ihrem Denken und Fühlen in dem Zustand einer völligen Abhängigkeit eine reale Existenz und helfen ihr, einen selbstbewussten Umgang mit ihrer Lebenssituation zu finden. Wolfgang Zurborn
Ein Koffer auf Jahresreise vom 19. August 2006 - 19. August 2007
Bogi Bell fand diesen Koffer am 17. August 2006 in Bonn am Straßenrand, wo er einsam auf den Sperrmüllwagen wartete. Angetan von seinem Alter sowie seinem Aussehen und erschüttert über sein bevorstehendes Ende nahm sie ihn mit, eine spontane Idee bereits im Kopf, nach Hause.
Der innere Dialog ist ein stetiger Teil der täglichen Auseinandersetzung mit sich selbst. Das Für und Wider, Ja und Nein oder Gut und Böse sowie die Selbstreflektion und die Hinterfragung seiner Wirkung auf sich selbst und seine Mitmenschen ist mittels analoger Doppelbelichtung im Selbstproträt dargestellt. Der Zufall spielt in diesen Arbeiten eine wichtige Rolle: sich selbst nicht sehen können und nicht zu wissen, wie man auf sich wirkt oder mit sich selbst agiert, wird erst nach der (persönlichen) Entwicklung sichtbar.
Bogi Bell wurde 1971 in Nettetal geboren und studierte Freie Kunst an der Kunstakademie Arnheim in den Niederlanden.
Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin und Fotografin in Köln.
Authentische Zeugen der Gegenwart mit der Aura eines unwiederbringlichen Gestern.
Einsam und verlassen scheint uns der urbane Raum und ebenso einsam und verlassen der Mensch in ihm. Was ist es, das uns vertraute Orte in Bogi Bells Fotografien so seltsam und fremd, mitunter bedrohlich erscheinen lässt? Die, mit einer Horizon 202 aufgenommenen Schwarz-weiß Bilder Ihrer Serie „Randgestalten“ lassen es erahnen.
Die zumeist öffentlichen Räume wirken fest, trutzig und dem Menschen gleichgültig gegenüber. Über der gesamten Szenerie liegt eine melancholische Stille. Ist eine Person zugegen - Nein, sie wird sich hier nicht lange aufhalten, sie wird bald wieder gehen - verliert sie sich an den Rand gedrängt in dem sie umgebenden Raum. Da wo der Mensch den Ort durchschreitet, wo er innehält oder sich auf einer Bank niederlässt wirkt er seltsam erstarrt und scheint ein wenig deplatziert und seiner Umgebung zu widersprechen.
Dennoch sind Bogi Bells Arbeiten nicht wie man vermuten könnte inszeniert, sondern authentische Zeugen der Gegenwart, denen die Aura eines unwiederbringlichen Gestern anhaftet. Das Fehlen von Farbe, als auch das Panorama-Format bestärken die Atmosphäre einer zeitlosen, vom Menschen unabhängigen Dauerhaftigkeit, der der Mensch als flüchtiger, vergänglicher Moment gegenübergestellt ist. Vielleicht hinterlässt der Mensch Spuren, aber so wie er selbst, werden auch sie verschwinden.
Dieses Motiv findet sich nicht nur in den „Randgestalten“, sondern durchzieht das gesamte Schaffen der Künstlerin. In all Ihren Werken erzählt uns Bogi Bell von dem Kommen und Gehen des Menschen. Sie berichtet uns von dem Verhältnis des Menschen zu einander, zu sich selbst und zu seiner Umgebung. Das fotografisch Festgehaltene, augenscheinlich Alltägliche, Banale wandelt sich in Bogi Bells Werken zur Tragödie oder Komödie, je nachdem, und stellt die Frage nach dem Menschsein überhaupt.
Dieses zu verdeutlichen, ließ Bogi Bell den reinen Pfad der Fotografie verlassen. In dem auf ein Jahr angelegtem Projekt „me in a suitcase“ spürt sie dem Menschsein auf eine andere Art und Weise nach. Am 19. August 2006 schickte Bogi Bell einen Koffer leeren Inhalts auf Reisen. Mit der Bitte den Koffer nach einer Woche an eine beliebige Person weiterzureichen, konnte der neue Besitzer, was immer er wollte, in diesen Koffer packen. Am 19. August 2007 fand der Koffer seinen Weg zurück und landete unversehrt wieder bei der Künstlerin. Er hatte in diesem Zeitraum 30 Stationen passiert. Bogi Bell hatte jeweils die 30 Kurzzeit-Besitzer besucht und sie samt Koffer und Inhalt portraitiert.
In Bogi Bells neuestem Werk „buried in oblivion“ wird das vormals erwähnte „Verschwinden“ besonders verdeutlicht. Schwarz-Weiß Portraits aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts steckt die Künstlerin in Apothekerampullen, fügt einen zersetzenden Stoff hinzu und verschließt sie zuletzt mit einem Glasstopfen. Als Installation in Szene gesetzt, bleiben die Fotografien ihrem Schicksal überlassen und der eingeleitete Zersetzungsprozess lässt die Portraits und seine Menschen allmählich verschwinden.
Ralph Marquass, FENZkunstraum
Wenn Sie Interesse an den Arbeiten haben oder an einen Auftrag als Privat- oder Geschäftskunde denken, nehmen Sie bitte über unten stehende Informationen Kontakt auf.
Impressum
Bogi Bell
Auf dem Streitacker 28
51149 Köln
+49.163.2936247
info@bogi-bell.com
bogi-bell.com - Freie Arbeiten
sehgang.de - Auftragsarbeiten
me-in-a-suitcase.com - Projekt
Ausstellung in der Lichtblick
17.12.2011 bis 29.01.2012
verlängert bis 26.02.2012
Karneval geschlossen
Eröffnung: 17.12.2011, 20 Uhr
anschließend: Pre-Xmas-Party
Galerie Lichtblick, Steinbergerstr. 21, 50733 Köln

Agatha - a personal leg l Bogi Bell
Publikationen zu den Seminaren sind bei Blurb erschienen.
(02.12.2011)
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